See und Seeufer

Der Greifensee und seine Ufer beherbergen Fische, seltene Wasservögel und Pflanzen. Wichtig hierfür sind insbesondere die in weiten Teilen des Sees naturbelassenen Ufer mit ihren Schilfbeständen. Weniger gut steht es um die Wasserqualität des Greifensees.

Die Ufer des Greifensees

Dank der schon 1941 erlassenen Schutzverordnung sind die Ufer des Greifensees weitgehend unbebaut – anders als zum Beispiel am Zürichsee. Die naturbelassenen Ufer verfügen über einen mehr oder weniger dichten Schilfgürtel, den Uferröhricht. Dieser leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Uferzone (Schutz vor Erosion), sondern ist auch ein wichtiger Lebensraum für seltene Vogelarten wie die Zwerg- und die Rohrdommel.

Die Schilfgürtel des Sees sind jedoch gefährdet. So hat sich der Schilfbestand in der Zeit von 1932 bis 1986 mehr als halbiert. Grund dafür ist insbesondere die schlechte Wasserqualität des Greifensees. Statt des natürlichen Uferröhrichts breitet sich immer mehr der sogenannte Pseuderöhricht an Land aus, der die Artenvielfalt in den Riedwiesen minimiert. Die Greifensee-Stiftung wirkt dieser Entwicklung mit verschiedenen Projekten entgegen.

Der See

Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts im See können viele Fischarten nur überleben, indem regelmässig Jungfische aus Zuchten freigelassen werden. Besonders gefährdet sind die Felchen, die im sauerstoffarmen Tiefenwasser des Greifensees nicht überleben können, das warme Wasser an der Oberfläche aber ebenso wenig ertragen. Eine 2009 installierte Belüftungsanlage garantiert ihnen immerhin eine kleine Rückzugsfläche.

Neben Fischen beheimatet der Greifensee viele Wasservögel. Besonders wichtig ist er für den Haubentaucher (unten): Über die Hälfte der Paare, die im Kanton Zürich brüten, tun dies auf dem Greifensee. Weitere Brutvögel auf dem See sind Kolben-, Reiher- und Tafelenten. Sehr beliebt ist der Greifensee auch bei Durchzügern und Wintergästen. Zu letzteren gehören die Kormorane, die im Winter zu Hunderten am Greifensee anzutreffen sind – inzwischen brüten auch regelmässig einige Paare am See.

Nicht gerade gut bestellt ist es um die Pflanzwelt des Sees. Die auf einem See natürlicherweise anzutreffenden Seerosenbestände fehlen beispielsweise praktisch komplett. Die auf Wellenschlag anfälligen Seerosen wären wichtige Lebensräume für Libellen.